Wolfram Nahrath ebenfalls Verteidiger im Prozess um Konzentrationslager-Tattoo

Vor einigen Wochen machte, erst in den sozialen Medien und wenig später auch in vielen Zeitungen und deren Online-Angeboten, ein Foto von einem Neonazi in einem Spaßbad in Brandenburg die Runde. Seinen Rücken zierte eine großflächige Tätowierung, die die Umrisse eines Konzentrationslagers sowie den Spruch „Jeden das seine“ darstellte, der auf dem Eingangstor des Konzentrationslagers Buchenwald zu finden ist. Erst durch diese mediale Aufmerksamkeit wurde Strafanzeige erstattet, im Schwimmbad selbst schienen sich die wenigsten Gäste an dem Motiv zu stören.

Gestern wurde Marcel Zech wegen dieser Tätowierung zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Verteidiger in diesem Verfahren: Wolfram Nahrath. Details zur Verhandlung gibt es bei Sören Kohlhuber:

Als Verteidiger holte sich Zech keinen geringeren als den Staranwalt der Rechten Szene, Wolfram Nahrath. Er vertritt als einer von drei Anwälten aktuell Ralf Wohlleben im NSU-Prozess. Doch auch in der Vergangenheit war er an großen Prozessen beteiligt. Er war ebenfalls Anwalt bei den Potsdamer Tramprozessen, verteidigte einen Mittäter bei der Verhandlung zur „Hetzjagd von Guben“ und ist ebenfalls einer der Verteidiger im Fall von Ballstädt, wo Neonazis eine Kirmesgesellschaft überfallen haben.
Er selber ist allerdings nicht nur Anwalt, sondern war in der Neonaziszene organisiert.

Einen weiteren Bericht einer Augenzeugin, die ebenfalls die Gerichtsverhandlung besucht hat, findet sich heute in der Jüdischen Allgemeinen. Gerade eben wurde darüber hinaus bekannt, dass Wolfram Nahrath bereits heute für seinen Mandanten Berufung eingelegt hat, die Berufungsverhandlung wird vor dem Landgericht stattfinden.

 

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